Fraternité de Tibériade Fraternité de Tibériade Fraternité de Tibériade

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lit20Tiberijados Bendruomene
LT 32234 Baltriškes – Zarasu raj.
Litauen
Téléphone – fax : 00 370 385 43 694

 

Geschichte der Gründung:

30 Kilometer von Lavaux-Sainte-Anne beten benediktinische Mönche für die Einheit der Kirche. Das Kloster von Chevetogne, das Mönche vereint, die nach dem lateinischen und dem byzantinischen Ritus feiern, ist ein Zeichen und ein Aufruf der Einheit der Kirchen. Durch sie entdeckten wir zwei Gestalten des Orients: Sankt Seraphim von Sarov (Russland) und Sankt Siluan vom Berg Athos (Griechenland). Nach dem Fall der Berliner Mauer richteten sich also unsere Blicke auf die Länder des Ostens, die die Meinungsfreiheit wiederfanden.

Bruder Joseph wurde in diesem Zusammenhang zu einem Kongreß nach Paris eingeladen mit dem Thema: „Wie kann man Europa eine Seele geben?“ Es wurde Kontakt mit einem ukrainischen Priester aufgenommen. Aufgrund von Problemen mit dem Erhalt von Visas orientierte sich Bruder Joseph nach Litauen. J?rate Telerskaite nahm an diesem Ereignis mit einer litauischen Delegation teil. Sie erzählt ihre erste Begegnung mit den Brüdern von Tibériade…

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„Ich hatte eine sehr intensive Gotteserfahrung 1990 während eines Aufenthalts in Taizé. Bei meiner Rückkehr nach Litauen fand ich eine Kirche vor, die sehr weit vom Geist des II. Vatikanischen Konzils entfernt war. Ich hatte viele Gemeinschaften in Frankreich besucht und dabei begriffen, daß wir Hilfe und eine spirituelle Oase benötigten. Diesem inneren Bedürfnis wurde schnell entprochen : Im März 1991 traf ich Bruder Joseph von der Bruderschaft von Tibériade. Unsere Wege kreuzten sich; mein Bedürfnis war es, Missionare einzuladen, die von der Liebe Gottes erzählen, und Bruder Joseph wollte in den Osten aufbrechen, um das Evangelium zu verkünden. Vytautas Toleikis, der an dem Treffen in Paris teilgenommen hatte, lud Bruder Joseph im Sommer 1991 zu einem Sommercamp „ateitininku“ ein. Dies war ein wunderbare Erfahrung des Gebets, der Freude und des Lebens mit den Jugendlichen.“

Nach diesem ersten Kontakt wurde alles sehr schnell konkret. Das Camp war von Vytautas Toleikis für Jugendliche der Bewegung „Ateitis“ organisiert worden, einem Lehrer aus Wilnius. „Ich erlebte diese erste Zugreise nach Litauen mehr als eine Wallfahrt auf dem Boden der Martyrer denn als Evangelisationsmission,“ erzählt Bruder Joseph, „wir waren etwa 30 Jugendliche und wohnten in Žemaitija, in der Nähe des Sees Plateliai. Jeden Tag nahmen wir an Treffen mit interessanten Menschen teil (Dichter, Schriftsteller, Mönche,…). Auf diesem Weg machten wir Bekanntschaft mit Pater Stanislovas von Paberž?, von Orvydas, mit Bruder Astijus de Kretinga und vielen anderen.“

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Einige Wochen nach diesem ersten Aufenthalt in Litauen kamen zwei junge Litauer (Darius und Daiva) per Anhalter nach Belgien. Sie luden Bruder Joseph ein, nach Litauen zurückzukommen. Am 11. November 1991 reisten Bruder Marc, Bruder Joseph und Bruder Benoît für zwei Wochen nach Litauen. Für Bruder Marc war diese Mission unwahrscheinlich, denn die Gemeinschaft in Belgien wuchs sehr langsam. Es gab dort nicht mehr als drei Brüder. Der Aufenthalt von 1991 wurde sehr bestimmend. Es wehte eine Wind der Freiheit und man fühlte den geistlichen Durst der Jugendlichen. Ein Treffen mit dem Kardinal Sladkevi?ius war sehr ermutigend; besonders war er von der Evangelisierung der Jugendlichen und Familien angetan und wünschte eine Gründung in Litauen. „Im weiteren Verlauf unseres Besuchs beteten wir auf dem ‚Berg der Kreuze’ in Aušros vartai,“ erinnert sich Bruder Joseph, „wir hatten Begegnungen in Schulen, Internaten; jeden Tag erreichten uns Aufrufe zu einer Gründung. Das alltägliche Leben ist sehr einfach, wir mussten sieben Geschäfte aufsuchen um ein Kilo Kartoffeln zu finden.“

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Tibériade wird hier sein, in Baltriškès

Vor der endgültigen Gründung im April 2001 unternahm Bruder Joseph zusammen mit anderen Brüdern insgesamt 18 Reisen nach Litauen. Die Wahl auf das Dorf Baltriškès fiel im darauffolgenden Jahr: Im Juni 1992, nach dem zweiten Camp „Ateitis“, empfing Pater Algirdas Dauknys die Brüder. Er besuchte mit ihnen die ganze Region, Rokiškis, Dusetos, Zarasai und Salakas. Er schlug ihnen auch einen Ort für die Gemeinschaft vor. „Es war nach der Messfeier der Ersten Heiligen Kommunion in Degu?iai,“ fährt Bruder Joseph fort, „ wir kehrten auf den Landstraßen nach Antaliept? zurück als sich plötzlich eine schöne Holzkirche vom Anfang des letzten Jahrhunderts sehen ließ. Wir sind in Baltriškès, der Ort berührt uns sehr, Tibériade wird hier sein.“ Bruder Marc besucht im November 1992 das Dorf und bestätigt, dass die Gemeinschaft sich hier niederlassen wird, vor allem bedingt durch den freundlichen Empfang durch die Dorfleute.

Das erste Jugendcamp findet im Juli 1993 statt. Romas Gurklys, der vorläufig im Pfarrhaus wohnt, empfängt unsere Pilgerbrüder. Sie sind im Pfarrhaus untergebracht, die Jugendlichen in der ehemaligen Schule des Dorfs. Es handelt sich um etwa 30 Jugendliche aus Zarasai, Utena und Vilnius. „Wir essen auf der Erde, weil es bisher weder Tische noch Bänke gibt. Nach dem Camp besuchen wir Jugendliche in den Schulen. Mehrere haben Gebetsgruppen begonnen, die sich allwöchentlich treffen. Pater Algirdas und Pater Romas helfen uns bei den administrativen Schritten, dem Telefonanschluss, dem Erwerb der Dorfschule.“

1995 lässt sich die Gemeinschaft am anderen Ende des Dorfs nieder. Ein Haus war frei geworden und eine ehemalige Kolchose, ganz in der Nähe, bot eine schöne Gelegenheit. Die Zahl der Jugendlichen, die beim Umbau der Kolchose in ein Empfangshaus mithalfen, war unglaublich. Es wurde alles schrittweise getan; die Bedachung und die Holzwände mussten abgebaut werden, was Feuerholz für fünf Jahre ergab, die Futtertröge der Kühe mussten auseinandergelegt werden,... und dann musste alles wieder aufgebaut werden.“ „Ich war gerade in die Gemeinschaft eingetreten,“ erinnert sich Bruder François, „und ich fuhr als Novize zum ersten Mal nach Baltrišk?s. Der Ort hat mich sehr beeindruckt. Die Brüder lebten dort wie in einem Dauercamp. Es gab noch kein fließendes Wasser. Das Spülen war ein wöchentliches Ereignis. Zahlreiche Jugendliche oder Familien besuchten uns unerwartet mit immer dem gleichen Wunsch nach Gebet und Frieden in den Herzen. Die wenigen Dorfbewohner waren begeistert wenn wir das ein oder andere litauische Wort hervorbrachten. Am Anfang halfen uns die Jugendlichen oder der ein oder andere Französischlehrer aus Antaliepte beim Übersetzen. Und dann nach und nach war es notwendig, sich daran zu machen die Sprache zu erlernen. Immer wenn ich ans Telefon musste, verstand ich nicht viel und ich bat immer mit etwas Verwirrung: ‚Bitte, rufen Sie später noch einmal an.’ Glücklicherweise kamen meine Brüder schneller zurecht.“

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Am Ende des Sommers flogen wir dem Vorbild der Störche folgend nach Belgien zurück. Antanas und Ona, unsere nahen Nachbarn, waren jedes Mal traurig uns wegfahren zu sehen. Man musste alles verstecken, so tun, als sei der Ort verlassen, um nicht Aufmerksamkeit zu erregen. Wir nagelten alte Platten über die Fenster, deckten Heu auf das Auto in der Garage und kamen im folgenden Frühjahr wieder. Es dauerte bis 2001 bis die Bruderschaft vier Brüder endgültig nach Baltrišk?s senden konnte. Dies entsprach dem Versprechen Bruder Marcs an Kardinal Sladkevi?ius: „Sobald wir zwölf Brüder sind, werden wir vier nach Litauen senden.“

Wie ein Tanzschritt

Im Frühjahr 2001 kamen Bruder Joseph, Bruder Bart, Bruder Gilles und Bruder François endgültig in Baltrišk?s an. Die Natur erwachte gerade, die Jahreszeiten bestimmen den Rhythmus des Dorflebens. Die Dorfbewohner hießen uns herzlich willkommen. Sie standen den Brüdern mit Rat und Tat zur Seite. Sie haben ihren Gebetsrhythmus angenommen. Der Gemüsegarten hat sie mehrfach überrascht, z.B. mit neuen Gemüsearten wie Lauch oder einer anderen Kartoffelsorte. „Ich erinnere mich an den Tag, an dem Antanas das Grasmähen beigebracht hat“, fährt Bruder François fort. „Er zeigte uns, wie man die Sense halten muss, und wollte, dass jeder es übt. Er machte die Bewegungen mit dem Bruder und es wurde wie ein Tanzschritt, ein Walzer...

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Wir erwarteten den Winter mit Ungeduld wie kleine Kinder. Was für ein Schauspiel: es ist wunderbar, den schneebedeckten gefrorenen See zu sehen, und die Bäume, die ganz weiß sind unter dem Raureif. Das Beeindruckenste ist aber die Stille, die uns in stille Bewunderung taucht. Es ist so schön, aber so kalt! Es stimmt, dass man schon einige Ster Holz zum Heizen braucht. Wenn wir Jugendliche zu Gast haben wird Holz schlagen, spalten und es in den Schuppen zu tragen zu einer regelmäßigen Beschäftigung. Seit Bruder Michel zu uns gestoßen ist organisieren wir Wochenenden für Kinder. Sie leben praktisch nach unserem Tagesrhythmus, mit einem großen Spiel am Nachmittag, was Leben ins Dorf bringt. Die Weihe von Bruder Gilles 2004 war eine wichtige Etappe für unsere Niederlassung in Baltrišk?s, gleichermaßen für einige Gemeindemitglieder wie für die Jugendlichen und die Familien, die wir zu Gast haben. Es ist eine Gnade, die Eucharistie täglich zu haben; sie ist der Höhepunkt jeden Tages.

Es würde zu schwierig sein, alles was wir in diesen ersten Jahren unserer Gründung in Litauen erlebt haben zu berichten. So viele Wunder! Das ist nur möglich durch den aufopferungsvollen Einsatz eines jeden Bruders und so vieler Personen, die uns durch ihr Gebet oder kleine Dienste unterstützen. Wir können bezeugen, dass Baltrišk?s ein Land der Wiederauferstehung ist. Wir haben Jugendliche und Familien gesehen, die eine Hoffnung entdeckten, einen Sinn, die vom Tod zum Leben kamen.“

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Wenn Sie die Evangelisation unserer Brüder in Litauen und Lettland unterstützen wollen, freuen wir uns über Ihre Spenden auf folgendes Konto (internationale Überweisung): IBAN: BE10 0682 3238 0604 und BIC: GKCCBEBB mit dem Hinweis: „Pour la Lituanie“. Vielen Dank.